Donnerstag, 27. August 2009

Cafe Jenseits

Cafe Jenseits

wie fast schon zu erwarten war, habe ich viel weniger hier gebloggt als ich vorgehabt hatte.
zum einen hatte ich während des prozesses weder die zeit noch konnte und wollte ich quasi 'von aussen', reflektierend auf das geschehen schauen, sondern es erstmal geschehen lassen.
ausserdem ist vieles auch sehr persönlich, was da bei der auseinendersetzung mit der eigenen trauer, dem eigenen leben und den vorstellungen von eigenem tod, sterben und beerdigung so losgetreten wurde.

aber vielleicht kommt der punkt, noch, wo das eine oder andere hier seinen platz finden wird.

Mittwoch, 12. August 2009

der eigene tod

noch 12 stunden zu leben.
was muss ich noch tun?
wem muss ich noch... und was sagen?

ich habe noch nie ...?
einmal möchte ich noch ...!

meine eigene beerdigung.
wohin mit der asche und wer darf noch was sagen?

wenn nun doch nicht alles egal ist.... ich auf das zurückgelassene 'chaos' blicken kann und keinen tip, keine hilfe und keinen wunsch mehr äussern kann....
wenn es dann doch raum gibt, für das gefühl:
... jetzt ist es zu spät. vorbei.

Montag, 10. August 2009

Tag 2, der einstieg

ach, gut geht's mir. das kann ich frei raus sagen, während alles weitere zu beschreiben mir grad anstrengend scheint.... gibts aber etwas, das ich für mich grade festhalten will? lass mal überlegen...:
wir haben zum schluss after life geschaut, den ich schon kannte und der sehr schön ist.
ich hatte vorher ein bisschen angst, dass ich 'eingerostet' bin, weil ich so lange kein theater mehr gemacht habe, aber heute sah es so aus, als wäre dem nicht unbedingt so, und ich hatte auch die befürchtung, dass ich deswegen viel 'ackern' muss, dem ist bisher auch nicht so. im moment ist es noch ganz leicht, ohne druck und es geht mit viel spiel und improvisierfreude.
noch geht es aber auch ums sammeln, einsteigen, gemachte erfahrungen austauschen, wir sind noch nicht beim eingemachten. aber davon wird schon grob erzählt.... es wird schon noch intensiv werden und zum ackern geben, da mache ich mir garkeine sorgen, oder soll ich sagen 'falsche hoffnungen'.
ach, was soll ich sagen...
debatte, clowns, tod, jüdische witze, sich über pietätlosigkeit mokierende alte herren, cafehaus... und morgen werde ich über travestie erzählen und tun, vielleicht, hoffentlich.

Samstag, 8. August 2009

prolog

morgen geht's los.
aber es ist schon losgegangen:
losgegangen, als ich entschlossen habe beim theaterlaboratorium mitzumachen, losgegangen als das thema und die arbeitsaufträge die ersten spuren in mir und aus mir erzeugt haben, dies blog zum beispiel. los, als ich losgefahren bin, und los in den letzten tagen, wo wir unseren spielort, unser labor vorbereitet haben:
die ehemalige feuerbegräbnishalle am waldfriedhof. ich habe leider noch keine fotos gemacht, vor allem vom innenraum, als wir mit räumen beschäftigt waren. mit und in dem raum werde ich aber noch einiges beschäftigen sein.

es beschäftigt mich aber auch die neugier, die vorfreude hat mich sogar schon von probenprozessen träumen lassen. losgetreten wurd da schon einiges, was sich nächtlings raum nimmt und morgens als nachhall in den tag mitkommt.
heute nacht habe ich viel getanzt, ich hatte tatsächlich nach dem aufwachen etwas schwere knochen weil der traumkörper immer und immer wieder versuchte sich in pose zu werfen, es war auch etwas anstrengend, weil es einfach nicht klappen wollte. mal ganz davon abgesehen, dass der alte und langsam halbwegs wache körper jetzt schon angst bekommt es auch nur in gedanken zu versuchen.

Samstag, 1. August 2009

farben im jenseits

outfit

ich war gestern schoppen und das ist meine ausbeute.
ich habe zwar keine wirklich schönen köstüm-kleid-fummel-teile gefunden, aber da es grade mit passenden hosen schwierig ist, bin ich ganz froh zwei gefunden zu haben, die eventuell als basis dienen können.
ich weiss ja noch nichts zu der den figuren, aber Ann sagte uns, dass rot-töne die farbpalette bilden und da sie uns videos von debattierenden mönchen gezeigt hatte, habe ich entsprechend die farbpalette in 'meiner definition von rot' mit rotviolett und lila ergänzt, vor allem weil ich das zeug auch so gebrauchen kann, wenn es für dieses projekt nicht passt.

Mittwoch, 8. Juli 2009

teifschwarz is burning



Clips from the documentary, Paris is Burning, set to the song, 'Assasinator 13 by Chikinki (Ruede Hagelstein Remix)' (Killy Cuts) with a little John Tejada 'Forced Friction' (Palette) mixed in at the end. Songs were mixed by Tiefschwarz for their Essential Mix on Radio 1 (BBC). Check out Willi Ninja's myspace page.


dieser re/mix aus zeitgenössischem minimal house und den sequenzen aus paris is burning berühren mich immer wieder.

So ask the answer to your pain
Ride on

Dienstag, 7. Juli 2009

debatte vs diskurs

nun sollte ich es aber auch langsam mal aufschreiben...

während bei der debatte, als wettstreit.... mal so ganz verkürzt zusammengefasst...
während also bei der debatte zwei debattieren und ein dritter den 'gewinner' ausspricht, ob nun nach den glaubensregeln oder entlang der besseren argumente entlang der logik sei mal dahingestellt, umfasst der diskurs eben genau auch diesen dritten, entscheidenenden.
der diskurs ist also sowas wie das vorstrukturierte feld, in dem die debatte geführt wird, wo bereits vorstrukturiert ist, was als gutes argument gilt (entlang von glaubensregeln oder logik) und was nicht.
der diskurs beschreibt also die zusammenfassung aller debatten zu einem thema und aller entscheidungen über gewinner und verlierer und umfasst damit auch zum einen die stillschweigenden vorannahmen und vorraussetzungen der debatte, die dadurch bestätigt werden bzw weitergetragen (eine debatte über die vorhherrschaft eines geschlechts hat die stillschweigende vorraussetzung, dass es geschlechter gibt und zwar zwei und wie die aufeinander bezogen sind usw usw...)
und zum anderen umfasst der diskurs welche argumente und themen nicht verhandelt werden können, die von vornherein 'keinen sinn haben oder besser bekommen', das hat mit konventionen und normen und normativität zu tun.
nun gut, man könnte jetzt meinen, dass debatte und diskurs einfach zweierlei und verschiedenes sind, das eine das kleine konkrete und das andere das grosse metading... aber dem ist nicht unbedingt so, weil ja mit diskursen im hinterkopf auch debatten geführt werden.. die allerdings ebenfalls vorstrukturiert sind..... ja, das ist wichtig, denn es gibt keine schlussendliche wahrheit auf die hinargumentiert wird, keinen ursprung oder kern, kein gott keine natur, sondern nur die menschgesellschaft gemacht anordnung der bedeutungen, der wachsende wuchernde historische diskurs eben.
(deswegen auch nicht sturkturalismus: eine feste struktur, zb sprache oder grammatik als überhistorische grundannahme sondern poststrukturalismus weil eben auch dieser grund sich am entwickeln ist und entwickelt wird)

zum einen fand ich interessant, dass beide, debatte und 'blick auf diskurs' was ähnliches wollen. nämlich ein werkzeug sein, um illusionen aufzulösen.... grob gesagt, um damit zu einer tieferen oder anderen erkenntnis zu kommen.
der zugang bzw die art und weise ist aber eine unterschiedliche.

während bei der debatte, (war es jetzt der herausforderer?) der eine also 'das gegenteil' als argument gegen eine aussage setzt, um als eine art advocato diaboli die logik zu schulen und erkenntnis zu ermöglichen, und sich dem gewinnenden argument unterworfen wird, führt die vorstellungen von diskursen zu anderer art von 'wortgefechten':
der diskurs, wenn er denn debattiert wird, versucht eher auf die stillen vorannahmen und vorstrukturierungen hinzuargumentieren und die ausschlusse, das verworfene das nicht intelligible, das unsagbare und unerhörte aufzudecken. grade auch, weil im diskurs die anordnung von "dem einen und seinem/ihrem gegenteil" (was gilt überhaupt als gegenteil) genau die formation darstellt die stille vorannahmen 'zum schweigen bringt' ent-sagt, unsagbar macht.

und deswegen auch camp und travestie.... ja: das ist ein grosser schritt, ist aber so.
während bei der debatte standpunkte eingenommen werden, (selbst wenn nur strategisch als davocato diaboli), geht es um den wahren standpunkt, der gefunden und dem sich unterworfen wird.
mit einem diskurs kann man keinen standpunkt einnehmen, man kann nur vorannahmen und ausschlüsse entlarvend einführen. nur strategische positionen ein chronischer advocato diabolidiaboli

für die kunst, die strukturiert von gegensatzpaaren wie 'etablierter/bürgerlicher kunst und dem gegenteil alternativer/freier kunst, bzw. unterhaltung/'nichtkunst,
ist es die kleine dreckige und lächerliche schwester kleinkunst (mir wurde analysierend gesagt der ort queerer kunst)...
.... nahe an der reinen unterhaltung, noch eher show als variete bei dem sich doch ganz gerne bedient wird, travestie die sowohl die bürgerliche als auch die freie kunst herausfordert, indem sie z.b. gegen die tiefe und authentizität, die oberfläche und künstlichkeit setzt. kitsch, trasch, flitter, billiger pathos, die nähe zum rotlicht, zur reinen unterhaltung...
"for pimps and queens and queer criminals" (zum hören)
auch die freakshow, bärtige frauen, zwitter, transen ....
"Die Schlussszene war ursprünglich anders geplant. In einer ersten Fassung hört man Hercules, wie er am Ende nach der Bestrafung durch die Freaks Sopran singt. Dieses Ende verschreckte die Besucher bei Testvorführungen jedoch so sehr, dass der Schluss geändert wurde."
...schlecht (nach wessen kriterien?) gemacht...
ja und das klingt abstrakt, aber ich erinnere gut und ganz konkret vor dem freien theater dem ballhaus faux pas die überraschte und belächelnde reaktion als ich von travestie sprach. "ausschluss! ausschluss!" siehste!, da lässt sich also erkenntnis finden.

aber was heisst das jetzt nochmnal konkret für die tibetische debatte.
mal abgesehen davon, dass ich die bewegung und lebednigkeit der debatte mag, neben der farbigkeit der fummel, weiss ich nicht welche position ich in diesem dreiergespann einnehmen wollen würde. erstens eine der beiden 'hierarchisch' (stehend/sitzend) angeordneten debattierenden? ich habe leider nicht rausbekommen, wer da wessen logik in der argumentation überprüft. ob der sitzende seine argumente vorträgt, und der agierende stehende diese quasi nur kommentiert, gegenteiliges zum überprüfen und herausfordern entgegenwirft, bestärkt oder verwirft.... oder ob tatsächlich der stehende dem sitzenden von oben herab die argumente an den kopf klatscht.
will man einer der wettstreitenden sein, die ums gewinnen ringen, oder der schiedsrichter?
oder doch lieber mit travestie undvollplayback die konstallation an sich als absurde darstellen die sich um die gundannahme des wettstreits formiert?

Freitag, 26. Juni 2009

In Memoriam Michael Jackson, Remember The Time

Michael Jackson

Michael Jackson ist gestern an herzversagen gestorben, wie ich grade aus news-tickern erfahren habe.
das finde ich traurig, vor allem wo er grade am comeback und konzerten gearbeitet hatte, und ich mich ein bisschen freute ihn wieder da, wo er eigentlich steht und hingehört, ganz oben im pophimmel, zu sehen.

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